1905 kam Johannes Jakobus Pabst II. nach dem plötzlichen Tod seines Vaters Johannes Jakobus I. zurück auf die Insel, um seiner Mutter mit dem bestehenden Betrieb „Restaurant Pabst“ (heute Hotel Pabst in der Strandstraße) zu helfen. Noch im gleichen Jahr eröffnet der 19 jährige junge Mann, gerade fertig mit seiner Ausbildung, am Strand einen Strandzeltverleih - die Geburtsstunde der heutigen „Strandhalle“. Im Herbst musste der Verleih wieder abgebaut werden, da wegen der Gefahr einer Sturmflut kein Gebäude am Strand stehen bleiben dürfte.

 

1906 wurde der Strandzeltverleih wieder errichtet und ein Kiosk mit Getränken kam hinzu. Dies fand so großen Anklang bei den Badegästen, dass aus der Trinkhalle in den kommenden Jahren das „Pabst Strandcafe“ entstand. Zuerst durch Aufstellen von Stühlen im lockeren Sand, später auf Holzboden sowie die Errichtung eines zeltähnlichen Windschutzes.

 

1926 bekam J.J. Pabst II. endlich die Genehmigung, das Café im Winter nicht wieder abbauen zu müssen- jedoch nur auf eigene Gefahr. Diese Genehmigung war eine große finanzielle Erleichterung, da der Auf- und Abbau sehr kostspielig war. Man nutze die Einsparung und errichtet eine stabile Holzhalle mit Balkenspitzdach auf einem Pfahlbau am Strand unterhalb des Kurhauses. Nun konnte man den Gästen Live-Musik und Tanz anbieten. Das „Pabst Strand-Café“ entwickelte sich zur „Pabst Strandhalle“.

 

1928 wurde die „Strandhalle“ fast Opfer eines großen Herbst-Sturmes, der Sturm hatte einiges am Gebäude zerstört. Ein erneuter Antrag musste gestellt werden, jedoch sollte es sich diesmal um einen neuen Standdort handeln.

 

1929 kam der Zuspruch und man erhielt die Genehmigung auf der oberen Randdüne die “Strandhalle“ aufzubauen, der Grundstein für das heutige Anwesen war gelegt. Mit Beginn der Saison war das Gebäude vom Strand an dem neuen Standort einsatzbereit. Zugleich erfolgte der Ausbau der Terrasse und Tanzfläche. Damals waren die Dünen noch nicht so hoch wie heute, man hatte einen direkten Blick auf Strand und Nordsee. Im gleichen Jahr wurde die Strandzelt Vermietung eingestellt, da wieder ein Sturm 90 von 100 Zelten zerstörte, man wollte sich nun nur noch auf den Café- und Tanzbetrieb konzentrieren. Es fanden täglich von 16.00 -18.00 Uhr und von 20.30 Uhr – 01.00 Uhr Konzerte statt.

 

1932 erst wird die Strandpromenade gebaut, vorher lief man im lockeren Sandboden.

 

1939 - 1947 waren schwere Zeiten für die Familie bedingt durch den Krieg. Keine Fremden durften auf die Insel. Die “Strandhalle“ wurde „verbrettert“ und mit einem Tarnanstrich versehen. Zum Glück entstand nur ein kleiner Schaden durch Bombenangriffe. Nach der Kriegsrückkehr des Sohnes J.J. Pabst III nutzen Vater und Sohn die Schließungsphase und bauen den Keller mit selbstgebackenen Zementsteinen aus. So entstand auch die „Strandmuschel“, die heute noch als Eisdiele besteht.

 

1948 kam die Währungsreform und das Leben kehrte zurück auf die Insel und in die „Strandhalle“. Es wurde wieder Live Musik gespielt und getanzt. Bekannte Künstler aus Funk- und Fernsehen wurden angeheuert. Es gab jeden Abend Veranstaltungen wie Modenschauen, Misswahlen, Tanz mit 6 Mann-Kapellen, Conférencier und das heute noch bekannte Je-Ka-Mi. In diesem Jahr entsteht ebenfalls die „Milchbar“ einmal draußen auf der Terrasse und im Innenbereich erweitert durch die Cocktailbar.

 

In den Jahren wird viel gemacht am und in der Halle, wie z.B. die Rundungen an der Ost- und Westseite, die Toilettenanlage im Keller usw.

1972 verstirbt der Gründer der „Strandhalle“ und Sohn J.J. Pabst III übernimmt die Leitung. Mit immer neuen Veranstaltungen, tollen Kapellen und Künstlern sowie ständigen Investitionen bleibt die „Strandhalle“ DER Treffpunkt für Gäste und Insulaner. Mit Charme und Herzblut führt er den Betrieb weiter bis zur Übergabe an seinen ältesten Sohn.

 

1987 übernimmt J.J. Pabst IV den Betrieb. Es findet ein Zeitwandel statt und Live-Musik mit Tanz ist nicht mehr gefragt. Große Investitionen stehen an, um aus dem reinen Café Betrieb mit Abendveranstaltungen ein Café-Restaurant mit ganztägigem Küchenangebot zu gestalten. Gastraum, Küche, Thekenanlage und Wirtschaftsräume müssen modernisiert werden. J.J. Pabst III ein Künstler im Tafelschreiben, führt die Tafelbeschriftung noch weit ins Rentenalter fort.

 

1998 wird das Angebot durch die „Schirmbar“ auf der Promenade erweitert. Die Hartnäckigkeit mit den ansässigen Behörden zahlt sich aus, die Schirmbar wird genehmigt und findet sehr großen Zuspruch bei den Juister Gästen.

 

1999 wird die „Strandhalle“ innen komplett neu renoviert und erhält ein neues Gesicht. Die Zwischendecke wird entfernt und die Balkenkonstruktion freigelegt, die schon damals am Strand stand. Wenn man die Balken genauer betrachtet, kann man noch die Nummerierung entdecken, die die Balken tragen, was den damaligen ständigen Auf- und Abbau erleichtern sollte.

 

2014 steht ein erneuter Generationswechsel an. Diesmal wird die Namenstradition nicht fortgeführt, aber die „Strandhalle“ bleibt im Familienbesitz. Enkelin von J.J. Pabst III und Nichte von J.J. Pabst IV übernimmt mit ihrem Partner Martin Hintermann die „Strandhalle“. Viele schöne Erinnerungen aus der Kindheit verbinden uns mit dem Objekt.

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